Eine verkorkste Saison

Stefan

Tennis – Herren 40 (Bereichsliga)

Eine verkorkste Saison

Staffelstabübergabe in surrealen Zeiten – Personalsorgen als roter Faden

Roßlau/AFR. Die Saison 2020 sollte für die Tennissportler vom TC Blau-Weiß Roßlau in vielerlei Hinsicht eine besondere werden. Zum einen begeht der Club sein 70tes Vereinsjubiläum und zum anderen wollte man im Punktspielbetrieb Neuland beschreiten und erstmals in der Vereinsgeschichte eine erfahrene Mannschaft für die Herren60 melden. Mit der Grundinstandsetzung der heimischen 4-Platzanlage am Streetzer Weg wurde auch bereits im Herbst des Vorjahres begonnen und nach Investition eines mittleren 5-stelligen Betrages und Abschluss der Restarbeiten erstrahlten die Tenniscourts im März in neuem Antlitz. Alles war hergerichtet für einen perfektes Tennisjahr: doch dann kam alles anders!

André Friedrich wurde zum Saisonstart aufgrund seiner Erfahrungen als Mannschaftskapitän bei den Herren30 auch als Kapitän für die Herren40 bestimmt. Mit dem Wechsel von Gunther Fleck als Verantwortlichen für die Herren60 wurde dieses Amt frei. Friedrich: „In die Fußstapfen von Gunther zu treten ist eine große Aufgabe. Insbesondere den Vizetitel in der abgelaufenen Saison 2019 zu toppen ist ein Riesenerbe. Und das unter den diesjährigen Vorzeichen.“

Die Verordnungen und Auflagen der Behörden verboten einen Spielbetrieb. Ein wochenlanges Warten zerrte an den Nerven und viele Vereine zogen ihre Teams für die Wettspielsaison zurück, da es vom Tennisverband Sachsen-Anhalt auch lange Zeit keine konkreten Aussagen zum Start der Punktspiele geben konnte. Die Schifferstädter entschieden sich nach interner Umfrage die Herren30 und Herren40-Punktspiele austragen zu lassen.

Und zu einer Zeit als eine ordentliche Saison eigentlich bereits absolviert war, gab der Tennisverband mit der Veröffentlichung der Spielansetzungen Anfang Juli auch grünes Licht zum Wettkampfsport. Jedoch war die Überraschung groß! Die Staffeleinteilung wurde auf den Kopf gestellt. Aufgrund des Rückzugs einiger Vereine vom Wettkampfsport wurden in allen Altersklassen die Staffelzusammensetzungen deutlich durchgeschüttelt. Im Herren40-Bereich verblieben aus zuvor 5 Staffeln nach der Neuordnung nur noch 3 Staffeln in der Bereichsliga übrig. Der Bereich Dessau wurde aufgelöst und die Elbestädter wurden in den Bereich Harz neu einsortiert. Als Gegner wurden der TC Blau-Weiß Schönebeck, TC Oschersleben, SV Wacker 09 Westeregeln und TC Rot-Weiß Halberstadt II zugelost.

Zudem waren die Spieltermine der Herren30 und Herren40 nahezu deckungsgleich. Insgesamt galt es 8 Termine in den jeweils 5er Staffeln so zu koordinieren, dass die Punktspiele überhaupt austragbar waren. 75% der Spielansetzungen konnten dann auch verlegt werden. Dabei wurden alle vier Termine der Herren30 neu angesetzt und zwei Termine der Herren40 im Spielkalender verschoben.  Friedrich: „Mit der Abfrage der internen Restriktionen, mit den Abstimmungen der anderen Teams, dem Verlegen der Ansetzungen und der Meldungen beim Tennisverband wurde bislang mehr Zeit verbracht als auf der roten Asche.“  

Zwei Punktspielansetzungen konnten nicht verlegt werden. Die Sportler vom TC Blau-Weiß Schönebeck (11.7.) und TC Rot-Weiß Halberstadt II (22.8.) bestanden auf die Austragung der vom Tennisverband angesetzten Spiele auf deren Heimcourts. Ausweichtermine konnten nicht gefunden werden. Die Dienstälteste Tennisanlage von Sachsen-Anhalt in Schönebeck sollte ab Ende Juli grunderneuert werden und ließ keinen weiteren Spielbetrieb für diese Saison zu. Verlegungsversuche mit der zweiten Garde der Halberstädter fruchteten auch nicht, da die Mannen mehrfach in ihrer ersten Mannschaft, die in der Landesliga eine Klasse höher spielt, zum Einsatz kommen sollten.

Wenngleich das Roßlauer Team aus dem reinen nominellen Vergleich der Mannschaftsmeldelisten und der Spielerindividuellen Leistungsklassen zum engeren Favoritenkreis auf den Staffelsieg gehandelt wurde, konnten die Blau-Weißen das nicht ausspielen.

Denn bereits zum Saisonauftakt bei den Vereinsfarbenzwillingen in Schönebeck konnten nur drei Spieler aus der Schifferstadt antreten. Somit lag man gleich zum Beginn mit 0:2 aus je einem kampflosen Einzel und Doppel im Hintertreffen. Dieser Rückstand konnte nicht mehr kompensiert werden und mit 2:4 wurde die Heimreise angetreten.

Am ersten Augustwochenende war an beiden Tagen die heimische Anlage Austragungsort.

Bei hochsommerlichen Temperaturen weit über der 30Grad-Marke duellierten sich am Samstag (1.8.) die Roßlauer mit den Sportlern vom TC Oschersleben. Eigentlich wurde zur Aufholjagd geblasen, jedoch stoppte die Hausherren dieses Vorhaben aufgrund einer kurzfristigen Erkrankung. Wieder standen nur drei Spieler auf dem Spielberichtsbogen. Mit dem Rücken an der Wand stehend wurde ein bravouröses 3:3 (Sätze 6:7, Spiele 47:55) erreicht. Allerdings wurde zum Saisonbeginn vom Tennisverband die Wettkampfordnung überarbeitet und bei Matchpunktgleichheit gibt es seit 2020 kein Unentschieden mehr, sondern die dann folgenden gewonnenen Sätze und Spiele werden ausgezählt. Und hier schlugen die kampflos verlorenen Einzel und Doppel aufgrund der Unterbesetzung negativ ins Kontor und halfen den Oscherslebenern die Siegpunkte aus der Elbestadt zu entführen.

Einen Tag später (2.8.) war dann der SV Wacker 09 Westeregeln zu Gast. Wurde am Vortag infolge der Hitze jede freie Minute ein Schattenplatz ersucht, musste am Sonntag dann immer wieder ein trockener Unterstand aufgesucht werden, um nicht komplett durchzuweichen. Trotz vier Regenunterbrechungen in den Einzeln und mit einem kämpferischen Auftritt vom Vortag in den Beinen waren die Blau-Weißen an diesem Tag nicht zu schlagen. Erstmals als Quartett auch in dieser Saison vollzählig antretend wurden alle Matches sieggereich gestaltet. Mit 6:0 verbuchten die Roßlauer den höchsten Sieg in der gesamten Bereichsligastaffel und richteten damit einen deutlichen Fingerzeig an die Konkurrenz.

Am letzten Punkspieltag wurden die Tennisrackets in Halberstadt ausgepackt. Aber im Gepäck waren nicht nur die Sportgeräte sondern auch die Personalsorgen. Wie ein roter Faden zog sich dies über die gesamte Saison hinweg. Dieses Mal verhinderten berufliche sowie private Verpflichtungen die Vollzähligkeit. Und wie schwer ein 0:2-Rückstand zu drehen ist, hatten die Blau-Weißen schon zweimal leidvoll erfahren müssen. Gegen den bisherigen Tabellenführer aus der Harzer Kreisstadt stand es am Ende 3:3 (Sätze 6:6, Spiele 48:59). Das Handicap von 0:24 Spielen hatten die Cracks auf nur noch 11 Spiele reduziert. Leider reichte dies nicht für einen Gesamtsieg.

In dieser surrealen Zeit endet eine außergewöhnliche Wettspielzeit für die Herren40. Diese Übergangssaison gilt es schnell abzuhacken und aus den gewonnenen Erkenntnissen die notwendigen Maßnahmen abzuleiten.

Nachdem die Herren40 ihr Spielprogramm abgespult haben, sind nun die Roßlauer auf ihre Herren30-Auswahl fokussiert und wollen die verkorkste Saison retten. Hier sind die Wettbewerbe gerade erst gestartet. Allerdings gab es bereits einen herben Dämpfer im ersten Punktspiel. Daniel Scheffer zog sich einen Achillessehnenriss zu und fällt für die komplette Saison aus.

Die Saison der Herren40 spielten für Roßlau: Stefan Höhn, Matthias Allmich, André Friedrich und Marko Schneider

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Kontaktdaten

TC Blau-Weiß Roßlau e.V.

Streetzer Weg 7a
06862 Dessau-Roßlau

Tel: 034901/86081


info@tennis-rosslau.de

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