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David gegen Goliath Saisonfinale am letzten Spieltag – 2:7 gegen HTC Peißnitz

13119870 1116364861718594 2020389613938576791 oRoßlau/AFR. Es war alles angerichtet! Für ein spannendes Herzschlagfinale der diesjährigen Punktspielsaison hätten sich die Tennissportler des TC Blau-Weiß Roßlaukeine anderen Bedingungen ausmalen können. Am letzten Juli-Wochenende und sprichwörtlich letztmöglichen Spieltag empfingen die Schifferstädter auf heimischer Anlage den Tabellenführer vom HTC Peißnitz. Die eigentlich für den 26.6. anberaumte Begegnung wurde seinerzeit im beiderseitigen Einvernehmen auf Sonntag, 31.7. verlegt. Wenn damals die Kapitäne schon gewusst hätten, mit welchen Vorzeichen beide Teams in die Partie gehen würden! Die Tabellensituation machte es im Vorfeld deutlich.

HTC Peißnitz reiste zwar als ungeschlagener Tabellenführer an die Elbe, jedoch eine Niederlage ließe sie auf Platz 2 abrutschen, da sie dann zwar punktgleich mit der SV Blau-Weiß Elsnigk wären, aber die schlechtere Matchbilanz hätten. Ein Sieg war also Pflicht, um in die höhere Spielklasse Landesoberliga aufzusteigen.

Ebenso war für die Roßlauer ein Sieg Pflicht, jedoch zum Klassenerhalt und Verbleib in der Landesliga. Denn der 1. TC Hettstedt hatte sich durch ein 7:2-Sieg gegen den ersten Abstiegskandidaten TC Halle 94 II an den Blau-Weißen aus der Abstiegszone vorbei geschoben. Ein Erfolg der Roßlauer würde auch hier Punktgleichstand bedeuten, aber die bessere Matchbilanz spräche aufgrund der knapperen Niederlagen für Blau-Weiß.

Höchstmögliche Brisanz war demnach beim Saison-Showdown geboten.

Roßlaus Kapitän Daniel Scheffer konnte aus dem vollen Kader schöpfen. Nachdem die vorherigen fünf Punktspiele stets mit einer wechselnden Anfangsformation starteten, nominierte diesmal Scheffer dieselben Einzelspieler (Matthias Allmich, Stefan Höhn, Marko Schneider, Daniel Scheffer, Waldemar Strohscherer und André Friedrich) wie im ersten Heimspiel am 1.5. gegen den TSV Leuna II.

Aber auch Peißnitz schöpfte aus dem Vollen und bediente sich dabei sogar gleich vier Spielern (Hannes Darmochwal, Florian Fahr, Conrad Eichentopf und Martin Bornschein) aus dem aktuellen Landesoberligakader der Herren 30, wo sie als Tabellenzweiter knapp den Einzug in die Ostliga verpassten. Diese vier Spieler, allesamt zwischen Leistungsklasse 8 bis 10, waren somit in den individuellen Matches um mindestens 4 Leistungsklassen besser eingestuft als die Roßlauer Sportler. Mit dieser Aufstellung war klar erkennbar, dass die Hallenser auch im Herrenbereich den Aufstieg in die Landesoberliga anstrebten.

Und die erste Einzelserie auf der 4-Platz-Anlage am Streetzer Weg starteten sodann die vier Hallenser Oberligisten. Den Blau-Weißen Allmich (0:6, 0:6 gegen Hannes Darmochwal), Höhn (0:6, 1:6 gegen Florian Fahr) und Schneider (1:6, 1:6 gegen Eichentopf) gelang keine Überraschung gegen die favorisierten Gäste. Die Roßlauer Mannen hielten in ihren Matches dem Druck entgegen und versuchten spielerische Akzente gekonnt einzustreuen. Aber die Peißnitzer waren an diesem Tag eine Nummer zu groß.

Scheffer drohte in seiner Partie eine klare Niederlage. Nach dem klaren Satzverlust, drehte er jedoch auf. Er bestimmte phasenweise das Match und sicherte sich folgerichtig ebenso deutlich Durchgang zwei. Mit viel Selbstbewusstsein ging er in die entscheidende Phase. Die Zuschauer konnten keinen spielerischen Unterschied zwischen den beiden Akteuren ausmachen, obwohl im Spielberichtsbogen vier Leistungsstufen beide trennten. Ein Winner jagte den nächsten. Hüben wie drüben! Ein Break reichte Scheffers Herausforderer und auch das vierte Einzel ging auf das Punktekonto der Gästemannschaft (1:6, 6:2; 3:6 gegen Martin Bornschein).

Für die verbleibenden zwei Einzel gingen Strohscherer und Friedrich auf die Asche.

Wiederholt war Strohscherer der Fels in der Brandung. In seinem sechsten Einzeleinsatz behielt er zum fünften Mal die Oberhand. Er zeigte eine sehr konzentrierte Leistung und unterstrich einmal mehr seine Nominierung. Mit einer bravourösen Vorstellung zum Saisonfinale (7:6, 6:3 gegen Felix Springer) beendet er zugleich die Spielzeit mit der besten Einzelbilanz der Schifferstädter und absolvierte als einziger Spieler alle Einzel- und Doppelmatches. Er verkürzte auf 1:4 und wahrte die Minimalchance auf den Gesamtsieg.

Nun richteten sich alle Augenpaare auf Friedrich, der sich gegen den Gästekapitän Roland Krämer beweisen musste. Die Nervosität war bei beiden spürbar. Sichtbar wurde sie in einer beidseitig hohen Quote bei den unerzwungenen Fehlern. So ging Satz eins an den Hallenser. Ab dem zweiten Durchgang war Friedrich hellwach und ging rasch 4:1 in Front. Diesen Vorsprung rettete er auch zum Satzausgleich. Im dritten Durchgang ging es auf und ab. Spielbälle zum 2:0 ließ Friedrich aus, er brachte seinen Kontrahenten wieder ins Spiel zurück, der in der Folge auf 4:1 davon zog. Der Roßlauer stemmte sich gegen die drohende Niederlage und den Landesligaabstieg. Punkt für Punkt kam er heran. Anfeuerungen seiner Mitspieler gaben im zusätzlichen Ansporn und nach vier Spielen in Serie stand es 5:4. Sein folgendes Aufschlagspiel breakte Krämer und brachte seines wiederum durch. Beim 5:6 aus Friedrichs Sicht war nur noch ein Tie-Break das rettende Ufer. Alles Aufbäumen blieb jedoch unbelohnt und am Ende ging sein Match nach knapp drei Stunden verloren (4:6, 6:4, 5:7 gegen Roland Krämer).

Mit dem 1:5-Zwischenstand nach den Einzeln wechselte die Roßlauer Stimmung auf der Tennisanlage von spannungsgeladener Euphorie hinzu trauriger Gewissheit des Abstiegs aus der zweithöchsten Spielklasse von Sachsen-Anhalt.

Die ausstehenden Doppel waren nur noch reine Formsache, aber zugleich auch eine Charakterfrage. Viele Teams hätten die offenen drei Doppel hergeschenkt. Nicht so die Blau-Weißen!

Mit ungebrochenem Siegeswillen gingen die Paarungen Höhn/Strohscherer, Scheffer/Müller und Schneider/Friedrich auf die Plätze.

Während Höhn/Strohscherer gegen zwei Spieler des gegnerischen Oberliga-Quartetts chancenlos blieben (1:6, 1:6 gegen Darmochwal/Fahr), boten Scheffer/Müller lange Zeit erfolgreich die Stirn. Müller, der für Allmich in die Begegnung eingriff, harmonierte an der Seite von Scheffer. Gerieten beide noch im ersten Durchgang ins Hintertreffen, so war Satz zwei ihre Matchphase. Abwechselnd reckten beide die Faust nach erfolgreichen Aktionen in die Luft. Durchgang zwei ging verdient an die Elbestädter. Im dritten Satz wurden beide nicht für ihren Kampf belohnt (2:6, 6:3, 2:6 gegen Eichentopf/Bornschein). Zum zweiten Mal an diesem Tag hatte Scheffer die volle Distanz von drei Sätzen zu absolvieren und leider das Nachsehen.

Im dritten Doppel machten Schneider/Friedrich von Beginn deutlich, wozu sie im Stande sind. Anfangs gewannen sie die Punkte von der Grundlinie. Insbesondere durch Schneider und sein intelligentes Cross-Spiel von der Vorhandseite wurden viele Winner verzeichnet. Und zusehends kamen erfolgreiche Spielzüge am Netz dazu, die das Match sicherten (6:3, 6:1 gegen Springer/Krämer).

Insgesamt endet die Punktspielbegegnung 2:7. Gegen die Peißnitzer Übermacht bleibt noch festzuhalten, dass drei Matches über die volle Distanz gingen. Wie in den vorherigen Begegnungen bleibt der Roßlauer Kampf unbelohnt. Fortuna ist nicht Blau-Weiß!

Scheffer resümiert treffend: „Die Mannschaft hat in dieser Saison enorm an Stärke zugelegt und zahlreichen Nervenbelastungen getrotzt. Wir sind als Einheit zusammengewachsen. Dazu zählt der gesamte Kader der eingesetzten neun Spieler. Wir haben eine Duftmarke unseres Könnens und einen Ruf hinterlassen. Während die gegnerischen Teams andere Punktspielbegegnungen mit Ersatzkadern antraten, standen stets deren Top-Stammspieler gegen uns auf dem Spielberichtsbogen. Dies war gegen Leuna, Elsnigk und Hettstedt so. Oder gar höherklassige Spieler wurden aktiviert, wie jüngst bei den Peißnitzern. Dies werten wir auch quasi als Wertschätzung unserer Stärke durch andere Teams.“

Nachdem die vorherige Landesligasaison 2010 sieglos und mit deutlichen Niederlagen endete, war die diesjährige Saison mit einer Vielzahl von Matches auf Augenhöhe gespickt. Insgesamt wurden in den sechs Punktspielen 18 Matches gewonnen. Genauso viele wie eben die Sportler vom 1. TC Hettstedt, die durch einen Spielpunkt mehr die Klasse halten.

Erhobenen Hauptes steigen die Blau-Weißen als Tabellenvorletzter aus der Landeliga Süd ab. Von den insgesamt vier Absteigern (inklusive zwei aus der Landesliga Nord) in die Bereichsliga haben die Schifferstädter mit ihren 18 gewonnenen Matches sogar die meisten auf dem Konto. Daher reift auch die Minimalhoffnung doch noch in der Landesliga verbleiben zu dürfen. Dieser Fall tritt genau dann ein, wenn ein aufstiegsberechtigtes Team aus der Bereichsliga (4er Teams) den Sprung nach oben nicht antritt, weil es kein sechsköpfiges Aufgebot nominieren kann.

Unabhängig davon sind sich die Blau-Weißen gewiss: Wir kommen wieder zurück in die Landesliga. Und es wird nicht wieder 6 Jahre wie beim letzten Abstieg dauern!

Roßlau spielte mit: Matthias Allmich, Stefan Höhn, Marko Schneider, Daniel Scheffer, Waldemar Strohscherer, Bastian Müller und André Friedrich

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Kontaktdaten

TC Blau-Weiß Roßlau e.V.

Streetzer Weg 7a
06862 Dessau-Roßlau

Tel: 034901/86081


info@tennis-rosslau.de

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